Mittwoch, 12. November 2014

Tag einunddreißig - This is the End

"Tiere um uns - Was wär'n wir ohne sie?" Jochen Distelmeyer

Heute endet das Experiment. Ehrlicher kann man den vergangenen Monat nicht bezeichnen. Sich vegan zu ernähren, ist ein unheimlicher Aufwand. Da ich das Experiment auf mich bezogen und kein Mitleid mit dem herangezüchteten Tierbestand in Deutschland oder sonst wo habe, kann ich die Idee Vegan zu leben als gescheitert bezeichnen. Man muss kein Psychologe sein um zu erkennen, dass einige einen riesigen Spaß daran haben sich abzuheben, ständig den Zeigefinger zu heben und andere zu ermahnen und sich gerne als den besseren Menschen sehen. Tjoa, viel mehr hat das Veganertum auch nicht zu bieten. Mich lässt der Gedanke nicht los, dass es das Nutztier ohne Nutzen auch nicht mehr geben würde. Es gibt eben keinen natürlichen Bestand an Kühen oder Schafen in Deutschland, den man schützen sollte. Mit dem Verzicht auf tierische Produkte rettet man kein Leben, sondern reduziert nur die Anzahl in den Zuchtbetrieben. Das ist natürlich auch was Feines. Bei Fisch ist es was anderes. Wenn es zehn Jahre lang keinen Fisch geben würde, wäre das leichter nachzuvollziehen, eigentlich nur konsequent.

Den Blick wieder auf mich gerichtet, brachte mir der Verzicht gar nichts ein. Ich hatte in etwa dieselben Ausgaben, ich habe kein Gramm abgenommen, fühlte mich kränklich, was auch an der Jahreszeit liegen kann und das Fitnessprogramm musste ich zum ersten Mal aus Gründen der körperlichen Belastung abbrechen, was wiederrum der zweimonatigen Pause geschuldet ist. Haut, Haare, Po ist ebenfalls alles noch Mist. Parallel zum veganen Lebensstil habe ich nichts getrunken, um den Einfluss von Alkohol auszuschließen. Ja, ich setze trinken mit Alkohol trinken gleich. Beim Idiotentest wäre ich ebenfalls durchgefallen.

Ich kenne die Argumentation der Veganer: Du hast es nicht lange genug durchgezogen, du musst es fühlen... oder ich habe es schlicht nicht richtig gemacht.

Ich weiß noch nicht wie es weiter geht. Vielleicht lege ich jetzt jährlich einen veganen Monat ein, hierfür ist ja noch reichlich Bedenkzeit vorhanden. Oder ich esse nur noch Fisch anstatt Fleisch, um an das tierische Eiweiß ranzukommen, was wiederrum dem Artenschutz widersprechen würde. Mir fehlt eine ärztliche Anleitung und damit meine ich einen richtigen Arzt, so einen mit Klinik, die muss auch nicht im Schwarzwald sein. Das Internet ist doch sehr voreingenommen diesbezüglich. Googlen kann ich nicht empfehlen.

Unter Menschen ist der vegane Weg nur beschwerlich zu gehen. Oft kann man auf Feten gar nichts zu sich nehmen. Jeder, der meint das mal für sich auszuprobieren, hat natürlich meinen Segen. Der Verzicht auf tierische Produkte rechtfertigt sich von ganz alleine, nur eben nicht vor den anderen und man sollte auch nicht verbissen versuchen etwas daran zu ändern. Vegan ja, dann aber bitte nicht militant. Ich selbst kann das mahnende Gelaber nicht hören. Einfach machen. 

Sobald das Ego zu sehr im Vordergrund steht, steht es im Weg.

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