Donnerstag, 23. Oktober 2014

Tag elf - Ökodystopie

"Ich bin ein Veganer Stufe 5, ich esse nichts was einen Schatten wirft." Die Simpsons

Hat sich jemand mal Gedanken gemacht, was passieren würde, wenn alle Menschen auf der Welt Vegan leben würden? Gibt es da bereits einen Film aus der Reihe Ökodystopie oder vielleicht sogar Utopie?

Ohne irgendwelche Fakten zu kennen, einfach mal angedacht. Niemand nutzt und produziert mehr tierische Produkte, was würde sich ändern?

Als erstes ständen ziemlich viele Ställe und Weiden leer. Anderweitige Nutzungen liegen nahe. Getreideanbau, Baumbestand, Flughäfen, Brachland wird es so schnell nicht geben.
Ganze Berufszweige wie den Schlachter, Fischer, Kuhhändler etc. würden nicht mehr benötigt. Da sehe ich kein Problem, die kann man ja alle umschulen oder die „Produktionshelfer“ in einem heroischen Akt aus den Arbeiterminen von Herrn Tönnies & Co befreien und zurück in deren Heimatländer entlassen.
Die gesamte Feldarbeit wird mit Sicherheit weiter für die Ernährung genutzt werden. Man isst ja nicht automatisch weniger, nur weil auf tierische Produkte verzichtet wird. Jedenfalls nicht auf lange Sicht. Die Flächen, die bisher für den Sojaanbau –Viehfutter- überwiegend in Südamerika verwendet werden, würden sicherlich weiterhin für die Produktion von Getreide und anderen Feldprodukten wie Mais, als Treibstoff für Blockheizkraftwerke, Verwendung finden. Nichts mit Rückbau des Regenwaldes. Der Kapitalismus wird mit Sicherheit nciht zusammenbrechen. Auch McDonalds und Kollegen werden nicht sagen, schade Roulade, war eine schöne Zeit. Die würden ihre Produkte natürlich anpassen und schlicht weitermachen. Strohalme anstatt Trinkhalme usw.
Die Umwelt wird zweifellos am meisten davon profitieren. Gegen den Co2 Ausstoß der Fabrikanlagen und das Gepupse der Rinder kommt selbst der Chinese nicht an, auch wenn sie den europäischen Lebensstandard erreichen sollten. Ja, soviel Co2 ist das!

Und was passiert mit den Tieren? Deren fehlende Freizeit war schließlich mal Ursprung der Empörung des Umdenkens. Der moderne, global denkende Veganer hat zudem im Laufe der Zeit den Umwelt- und Gesundheitsaspekt für sich und seine Tiraden entdeckt.
Mir kommt es so vor, als ob über 50% der Tiere „Bestände“ sind. Also Nutzvieh, das nur für den Zweck gezüchtet wird, um gegessen zu werden, Milch zu geben, Eier zu legen oder Wolle wachsen zu lassen. Wenn das alles wegfällt, ist das Nutztier an sich nutzlos. Wie ein Computer ohne Internetanschluss. Was will der Mensch mit einer Kuh dann noch anfangen? Ich kann mir nicht vorstellen, wie freilebende Kühe und Schweine durch die deutsche Prärie galoppieren. Da setzt man auf natürliche Fluktuation, bis es die Kuh, das Huhn oder das Schwein so nicht mehr gibt. Mir fällt wirklich kein gescheiter Umgang mit diesen Tieren ein und das wird den Lenkern unserer Wirtschaft auch so gehen. Die Tiere können doch unmöglich alle in der Muppet-Show auftreten. Zudem sind Kühe furchtbar schlechte Haustiere, wobei man die Haltung bei konsequenter Durchführung eines artgerechten Umganges mit Tieren ebenfalls hinterfragen muss. Minihunde und der ganze Zuchtscheiß. Und werden für die Tiernahrungsindustrie weiterhin Schlachttiere gehalten, damit der Hund und die Katze Fleisch bekommen und nicht wider ihrer Natur zum Veganer domestiziert werden? Schwierig. Also am besten alle Tiere freilassen und hoffen, dass bis zum nächsten Wald keine Autobahn den Weg versperrt.

Das sind soweit nur die offensichtlichen Veränderungen, wer weiß, was für Konsequenzen sich sonst noch aus einer radikalen Nahrungsumstellung ergeben? Zu Ende gedacht ist das nicht, mit dem vegan sein. Letztendlich tut man es nur für sich und letztendlich gibt es keine Argumentation oder Grund zum Vorwurf anderen gegenüber. Aber naja, das ist dann wohl wirklich utopisch.

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